Mittwoch, 6. August 2008

Wegbeschreibung

es gibt so viel zu erzaehlen, ich weiss gar nicht, wo anfangen. vielleicht beschreibe ich einfach nur mal den weg zum office - dort fand heute mein erstes management commitee meeting statt. das dauerte ueber 6 stunden und war einfach indisch. x formulare, y leute die dazu befragt werden muessen, alles unendlich kompliziert, aber zwischendurch wurde immer wieder chai getrunken, so kam man ueber die runden...
der weg dauert vom guesthouse vielleicht 15 minuten zu fuss und man muss durchs muslim viertel, was man an den kopfbedeckungen erkennt. vor sich hintraeumen geht nicht. man muss den boden im auge haben, man koennte auf loecher, pfuetzen, undefinierbaren muell, hunde - komischerweise sieht man hier kaum kuehe, das war in delhi anders - verkaufsware jeglicher art, bethelspucke, die durch die gegend fliegt und leider auch oft auf leute treten. ausserdem ist dann noch der verkehr zu beachten. man kreuzt eine strasse die morgens in die eine richtung, ab 2 in die andere richtung einbahnstrasse ist. das heisst aber nicht, dass nicht eine rikshaw oder ein motorrad in die andere richtung faehrt. es hupt staendig - autos, roller, motorrikshaws, dazu die klingeln der fussrikshawpuller und unglaublich viele leute auf der strasse. man kommt vorbei an halb zerfallenen haeusern, direkt nebendran ein ultramoderner bau mit spiegelfassade, ein schild mit werbung how to loose weight very fast fuer ein fitness-studio und daneben die bettlerin mit ihrem unterernaehrten kind im arm, die um geld fuer milch bittet. und dann die laeden. da ist der metzger. auf seinem holzpflock, auf dem er die fleischstuecke zerteilt tuemmeln sich die groessten kakerlaken, die ich je gesehen habe, das fleich haengt von der decke, auf dem boden ein berg hufe, hoden und wer weiss was und vor allem fuer wer weiss was...ein fahrrad steht davor, da sind ueber den gepaecktraeger und ueber die stange die noch tropfenden felle gehaengt, einer transportiert einen ganzen schenkel ab, in dem er ihn sich ueber die schulter hieft und ein stueck weiter zu seinem handkarren traegt, weil der verkehr gerade nicht zulaesst, dass er direkt davor parken kann. dann kommt ein duftender chai stand. die getoepferten teetassen ordentlich aufgestapelt, davor lauter tonscherben, denn die tassen sind zum einmalgebrauch. der stand daneben hat bengalische suessigkeiten, eine ganze vitrine voll und man sieht ihnen schon an, wie unendlich suess sie sind. vor dem imbiss wird gebruzzelt, von morgens bis abends, leckere pakoras, rotis ...alles sehr einladend, daneben ein flaschensortierladen. saeckeweise glasflaschen werden sortiert, die deckel abgeschraubt und dann? keine ahnung. der panstand, an dem man sich mischen lassen kann, welche gewuerze man in das blatt zusammen mit bethel und calciumcarbonat einwickeln lassen will. die kautabaktuetchen verschiedenster sorten haengen von der decke. unzaehlige obst- und gemuesestaende. zur zeit ist zum glueck noch mango-season. und papaya natuerlich und guaven gibts gerade auch. saemtliche haushaltswaren koennte ich unterwegs auch bekommen, der teeladen hat grosse dosen mit asam und darjeelingtee. der schneider sitzt hinter seiner naehmaschine, irgendein metallwarenverkaeufer haemmert auf einem stueck metall rum...
in die letzte kleine gasse einbiegen, der tabakmann an der ecke gruesst immer ganz nett und in den 4.stock. unten ist ein instrumentebauer, der muezzin schreit ein willkommen und dann bin ich da und so voller eindruecke nur vom weg zur arbeit...

5 Kommentare:

  1. Die Verkehrsverhältnisse hören sich nach Frankfurt an, bloß ohne Rikscha... Aber die Beate vom Stand mit der Weihnachtsgans hat natürlich keine Kakerlaken im Angebot.

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  2. Wow,
    hier gibt es nur einen Food Market, der ist aber auch ganz schoen und hat mich an unsere Barcelona BEsuche erinnert.

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  3. Das mit den Kakerlaken wäre ja genau das Richtige für mich ;-)... Viele Grüße aus Koelle, wo gestern auch alles mögliche herumgeflogen ist, weil es so gestürmt und geregnet hat...

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  4. Ja die Fleischstände fand ich in Ecuador auch immer am ekligsten, da ist es mir ehrlich gesagt schon übel geworden, so daß ich immer ganz schnell dran vorbeigelaufen bin und die Luft angehalten hab. Bin gespannt wie schnell es für dich zum Alltag wird wenn du jeden Tag die gleiche Strecke läufst...
    Grüßle, Elke

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  5. ...zwischendurch wurde immer wieder chai getrunken... Das Wort chai hab ich ja schon lang nicht mehr gehört. Ich hab in der Grundschule mal russisch gelernt und da heisst der Tee eben auch чай.

    Gruss, jp

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