Sonntag, 4. Januar 2009

Kombol dichi

freitag nacht hat mich eva mitgenommen, decken an menschen auf der strasse zu verteilen. eva macht das jeden winter mehrmals mit spendengeldern ihrer eigenen ngo - voice of the poor. wir haben uns um mitternacht getroffen, haben mr khans taxi mit 150 blankets vollgeladen und sind durch die stadt gefahren. mr khan entscheidet, wos hingeht und er ist auch gleichzeitig der bodyguard. sie macht es mitten in der nacht, da man dann sieht, wer wirklich keine decke besitzt. wir haben die schlafenden ohne oder mit nur ganz duenner decke geweckt. an der schulter ruetteln und dada sagen. manchmal wusste man nicht, wo an diesem duennen buendel mensch die schulter ist und ob es nicht vielleicht doch eine frau ist, die man mit didi anredet. schuk schuk heisst auf bengali ruhig ruhig. wenn man aus dem schlaf gerissen wird, erschrickt man ja schon erstmal. zweimal ist der mann, den ich weckte, sehr erschrocken, zum glueck hab ich kombol dichi - ich gebe dir eine decke - gelernt und er hat sich wieder beruhigt. ganze familien mit mehreren kleinen kindern lagen zum teil unter einer duennen plastikplane. manchmal hat uns jemand mit strahlenden augen noch nachgewunken. die 150 decken waren schnell verteilt und wir sassen noch lange zusammen in evas wohnung um diese besondere erfahrung zu verdauen.

1 Kommentar:

  1. Oh, das war bestimmt hart, da hätte ich eine Weile gebraucht um das zu verdauen. Vor allem nachts wird einem doch klar wie grausam es ist wenn man kein warmes Zuhause hat, in das man sich verkriechen kann...

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